Die Gemeindevertretung hat sich in ihrer jüngsten Sitzung ausführlich mit der finanziellen Entwicklung der Gemeinde Schaafheim beschäftigt. Auf der Tagesordnung standen die geprüften Jahresabschlüsse 2023 und 2024, der aufgestellte Jahresabschluss 2025 sowie der aktuelle Budgetbericht 2026. Zuvor hatte bereits der Haupt- und Finanzausschuss die Unterlagen beraten.
Den Jahresabschlüssen 2023 und 2024 wurde zugestimmt und dem Gemeindevorstand für beide Haushaltsjahre Entlastung erteilt. Damit sind zwei weitere Jahresabschlüsse der Gemeinde geprüft und abgeschlossen.
Die gemeinsame Betrachtung der vier Haushaltsjahre zeigt eine klare Entwicklung: Schaafheim kommt aus finanziell guten Jahren mit Überschüssen und hoher Investitionstätigkeit. Seit 2025 werden die finanziellen Spielräume jedoch deutlich enger.
„Wir haben in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet, Rücklagen aufgebaut und gleichzeitig viel in unsere Gemeinde investiert. Davon profitieren wir heute. Die aktuellen Zahlen zeigen aber auch deutlich, dass wir für die kommenden Jahre vorsichtiger planen und noch stärker Prioritäten setzen müssen“, erklärt Bürgermeister Daniel Rauschenberger.
2023 und 2024 mit deutlichen Überschüssen
Die beiden nun abschließend beratenen Jahre fielen positiv aus. 2023 erzielte die Gemeinde einen Überschuss von rund 316.000 Euro, 2024 waren es sogar rund 2,14 Millionen Euro. Ende 2024 verfügte Schaafheim über liquide Mittel von rund 4,73 Millionen Euro.
Beide Jahresabschlüsse wurden zuvor durch das Revisionsamt des Landkreises Darmstadt-Dieburg geprüft. Die Gemeindevertretung hat nun die entsprechenden Beschlüsse gefasst und dem Gemeindevorstand für beide Jahre Entlastung erteilt.
Viel Geld in Schaafheim investiert
Gerade die Jahre 2024 und 2025 waren zugleich von einer hohen Investitionstätigkeit geprägt. Zu den großen Maßnahmen gehörten der Ankauf sowie die Sanierung und Erweiterung der Kita Mosbach, der Bau der Waldkita, der Kanalbau und Hochwasserschutz in Radheim, die Anschaffung des LF 10 für die Feuerwehr Schaafheim, der Anbau des Rathauses sowie der Beginn der Sanierung des Dachstuhls von Rathaus und Löwen.
Allein 2025 wurden rund 6,35 Millionen Euro für Investitionen ausgezahlt. Ein Teil der vorhandenen Liquidität ist damit ganz bewusst in die Infrastruktur der Gemeinde geflossen. Es wurden bleibende Werte geschaffen und wichtige Projekte umgesetzt.
2025 markiert einen Wendepunkt
Von dieser Investitionstätigkeit zu unterscheiden ist die Entwicklung des laufenden Haushalts. Hier zeigt sich seit 2025 eine deutliche Verschlechterung.
Nach mehreren positiven Jahren weist der Jahresabschluss 2025 erstmals wieder ein Defizit aus. Es beträgt rund 2,22 Millionen Euro und kann aus den in den Vorjahren aufgebauten Rücklagen ausgeglichen werden. Gleichzeitig gingen die liquiden Mittel bis Ende 2025 auf rund 3,07 Millionen Euro zurück.
„Wir müssen unterscheiden: Einerseits haben wir bewusst viel Geld in notwendige und wichtige Projekte investiert. Andererseits reichen inzwischen auch im laufenden Haushalt die Einnahmen nicht mehr aus, um die Aufwendungen zu decken. Diese Entwicklung müssen wir besonders im Blick behalten“, so Rauschenberger.
Auch 2026 bleibt die Lage angespannt
Der von der Gemeindevertretung zur Kenntnis genommene Budgetbericht zeigt, dass die finanzielle Situation auch 2026 angespannt bleibt.
Im April wurde ein Investitionskredit über 1,4 Millionen Euro aufgenommen. Zuvor war der Finanzmittelbestand auf knapp eine Million Euro zurückgegangen.
Die aktuelle Hochrechnung geht für das Gesamtjahr 2026 von einem Defizit von rund 1,47 Millionen Euro aus. Das wäre zwar etwas besser als ursprünglich geplant, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Entwicklung.
Eine erhebliche Belastung bleibt die Kreis- und Schulumlage. Rund 9,47 Millionen Euro muss Schaafheim 2026 an den Landkreis abführen. Dem stehen Schlüsselzuweisungen von rund 4,09 Millionen Euro gegenüber.
„Kommunen am Limit“ wird auch in Schaafheim spürbar
Schaafheim steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Viele Städte und Gemeinden stehen vor ähnlichen Problemen. Kosten und gesetzliche Anforderungen steigen, während zahlreiche Aufgaben vor Ort erfüllt und finanziert werden müssen.
Für Schaafheim bedeutet dies, dass die eigenen finanziellen Spielräume kleiner werden. Gleichzeitig liegt es auch in der Verantwortung der Gemeinde, auf diese Entwicklung zu reagieren und bei künftigen Haushalten noch stärker Prioritäten zu setzen.
Rücklagen helfen – sind aber endlich
Die nun abgeschlossenen Beratungen machen deutlich: Schaafheim profitiert heute noch von den guten Ergebnissen der vergangenen Jahre. Die aufgebauten Rücklagen ermöglichen es, die aktuellen Defizite aufzufangen. Auf Dauer kann dies jedoch keine Lösung sein.
„Wir wollen Schaafheim weiterentwickeln und gleichzeitig finanziell handlungsfähig bleiben. Dazu gehört, dass wir vor Ort vernünftig mit unserem Geld umgehen. Aber unsere Rücklagen sind endlich. Dauerhaft steigende Belastungen und zusätzliche Aufgaben brauchen deshalb auch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Kommunen“, so Bürgermeister Rauschenberger.
Die Jahresabschlüsse und der aktuelle Budgetbericht bilden damit zugleich eine wichtige Grundlage für die kommenden Haushaltsberatungen und die Frage, welche finanziellen Prioritäten Schaafheim in den nächsten Jahren setzen kann.
