Neues für Ruheständler

Wildpferde, Heilkräuter und seltene Pflanzen – Naturführung begeisterte Schaafheims Ruheständler

Am Eingang des FFH-Gebiets „In den Rödern“ bei Babenhausen trafen sich die naturinteressierten Ruheständler aus Schaafheim zu einer besonderen Führung. Bürgermeister Daniel Rauschenberger ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer persönlich zu begrüßen. Sein besonderer Dank galt Werner Zitterbart, der die Führungen auch im Ruhestand ehrenamtlich anbietet.

„Die Natur liegt mir sehr am Herzen. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich meine Begeisterung und mein Wissen mit anderen Menschen teilen kann“, sagte Werner Zitterbart zum Auftakt der Führung.

Zunächst führte der ehemalige Forstwirt die Gruppe entlang des Außengeländes und erklärte die Besonderheiten des europaweit geschützten FFH-Gebiets. Mit großer Begeisterung berichtete er über die einzigartige Pflanzenwelt der nährstoffarmen Sandmagerrasen. Erstaunt zeigten sich die Ruheständler darüber, welche Vielfalt an Pflanzen und Heilkräutern – darunter Johanniskraut, Schafgarbe und Königskerzen – trotz der zurückliegenden Hitze und Trockenheit gedeiht. Gleichzeitig erfuhren die Teilnehmer, welche wichtige Bedeutung diese besondere Landschaft für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten besitzt.

Ein besonderer Höhepunkt war der Zugang zum normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Innenbereich des Geländes. Wo einst auf dem ehemaligen Militärgelände Raketen stationiert waren, hat sich die Natur ihren Lebensraum eindrucksvoll zurückerobert. Heute grasen dort acht Przewalski-Wildpferde – die letzten echten Wildpferde der Erde. Werner Zitterbart erläuterte die Geschichte dieser seltenen Tiere, die ursprünglich aus den Steppen der Mongolei stammen und durch internationale Artenschutzprogramme vor dem Aussterben bewahrt werden konnten. Gleichzeitig erklärte er ihre wichtige Aufgabe als natürliche Landschaftspfleger: Durch ihr Grasen halten sie die Flächen offen und tragen maßgeblich dazu bei, den wertvollen Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten zu erhalten.

Mit viel Fachwissen und spürbarer Leidenschaft beantwortete Werner Zitterbart die Fragen der Teilnehmer. Die Begeisterung war so groß, dass viele Ruheständler nach dem offiziellen Ende der Führung gemeinsam mit ihm noch eine weitere Runde entlang des Außengeländes drehten, um noch mehr über die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des FFH-Gebiets zu erfahren.

Bürgermeister Daniel Rauschenberger bedankte sich herzlich für das ehrenamtliche Engagement: „Es ist etwas Besonderes, wenn Menschen ihr Wissen und ihre Erfahrung so leidenschaftlich an andere weitergeben. Solche Führungen machen deutlich, welche Naturschätze wir direkt vor unserer Haustür haben. Dafür danke ich Werner Zitterbart ganz herzlich.“

Mit vielen neuen Eindrücken und großem Respekt vor der heimischen Natur verabschiedeten sich die Teilnehmer von Werner Zitterbart. Die einhellige Meinung der Gruppe: Die Führung war äußerst informativ und es war etwas ganz Besonderes, den sonst nicht zugänglichen Bereich des FFH-Gebiets betreten zu dürfen.