Neues für Ruheständler

Spannender Blick hinter die Kulissen des Klärwerks Bachgau

Einen interessanten und zugleich lehrreichen Ausflug unternahmen die Ruheständler der Gemeinde Schaafheim zum Klärwerk Bachgau in Großostheim. Rund 30 Teilnehmer nahmen an der gemeinsamen Fahrt teil – viele radelten gemeinsam von Schaafheim aus zum Klärwerk, andere kamen je nach Mobilität bequem mit dem Auto direkt vor Ort dazu.

Im Klärwerk wurden die Gäste von Werksleiter Marcel Knecht empfangen, der die Gruppe mit viel Fachwissen, Humor und anschaulichen Erklärungen durch die Anlage führte. Während der rund eineinhalbstündigen Führung erhielten die Senioren spannende Einblicke in die aufwendigen Prozesse der modernen Abwasserreinigung. Viele staunten darüber, wie viele technische und biologische Schritte notwendig sind, bis das Wasser schließlich wieder sauber in den Main eingeleitet werden kann.

Da bekanntlich auch das Abwasser aus Schaafheim, Mosbach und Radheim im Klärwerk Bachgau gereinigt wird, konnten die Ruheständler direkt nachvollziehen, welchen Weg das Abwasser aus den eigenen Haushalten täglich nimmt und welcher enorme Aufwand betrieben wird, um Umwelt und Gewässer nachhaltig zu schützen.

Anschaulich erklärte Herr Knecht zunächst die mechanische Reinigung: Rechenanlagen filtern grobe Bestandteile wie Papierreste, Hygieneartikel oder Plastik aus dem Abwasser. Anschließend werden Sand und kleine Steine entfernt, bevor das Wasser in große Becken weitergeleitet wird. Besonders beeindruckend fanden die Teilnehmer die biologischen Reinigungsstufen, bei denen Mikroorganismen eine entscheidende Rolle spielen. Milliarden von Bakterien sorgen dort dafür, dass Schadstoffe und organische Belastungen aus dem Wasser abgebaut werden – ein natürlicher Prozess, der technisch überwacht und gesteuert wird.

Großes Interesse weckte auch die sogenannte Schlammbehandlung. Dabei wurde erklärt, dass die bei der Reinigung entstehenden Rückstände weiterverarbeitet und teilweise sogar energetisch genutzt werden können. Vielen war zuvor nicht bewusst, wie komplex und energieintensiv der Betrieb eines Klärwerks tatsächlich ist – rund um die Uhr und an jedem einzelnen Tag des Jahres.

Besonders eindringlich sprach Herr Knecht auch über Probleme im Alltag des Klärwerks. Vor allem Feuchttücher stellen eine enorme Belastung für die Technik dar. Anders als Toilettenpapier lösen sie sich nicht auf und bleiben häufig in Pumpen oder den sogenannten Schneckenhebewerken hängen. Dies führt regelmäßig zu aufwendigen Reinigungsarbeiten und teuren Reparaturen. Auch Ohrenstäbchen, Hygieneartikel, Essensreste oder sogar kleinere Kunststoffgegenstände werden immer wieder im Abwasser gefunden. Deshalb wurde deutlich darauf hingewiesen: In die Toilette gehören ausschließlich menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier.

Ein weiteres großes Problem stellen zudem Speiseöle und Pfannenfette dar, die häufig über den Ausguss entsorgt werden. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sich Fette in den Rohrleitungen abkühlen und festsetzen. Dadurch können nicht nur private Abflüsse verstopfen, sondern auch erhebliche Probleme im Kanalnetz und im Klärwerk entstehen. Die fettigen Ablagerungen erschweren die Reinigung des Abwassers und verursachen zusätzliche Wartungsarbeiten sowie hohe Kosten. Herr Knecht appellierte deshalb eindringlich daran, Fette oder Bratöl niemals in Spüle oder Toilette zu entsorgen, sondern diese über den Restmüll zu beseitigen.

Die Teilnehmer zeigten während der gesamten Führung großes Interesse, stellten zahlreiche Fragen und beteiligten sich aktiv am Austausch. Zum Abschluss versammelte sich die Gruppe noch zu einem gemeinsamen Erinnerungsfoto und bedankte sich herzlich bei Herrn Knecht für die informative und äußerst gelungene Führung.

Im Anschluss setzten die „Radelnden Ruheständler“ gemeinsam mit ihren Guides Edgar und Axel ihre geplante Tour fort. Sicherlich gab es während der weiteren Strecke und der anschließenden Pause noch viel über die beeindruckenden Einblicke und interessanten Informationen aus dem Klärwerk zu erzählen.

Der Ausflug machte eindrucksvoll deutlich, welche wichtige Arbeit im Hintergrund täglich geleistet wird, damit sauberes Wasser sowie aktiver Umwelt- und Gewässerschutz überhaupt möglich sind.